Himmelsvorschau März 2025

Sonne, Mond und Frühlingsanfang

Guter Mond, du gehst so Stille“

Das ist der Titel eines bekannten Gedichtes von Josef von Eichendorff und damit beschreibt er die beruhigende und friedliche Stimmung der Nacht im Mondlicht. Doch gleich zweimal sorgt der Mond im März auch unabhängig von seinem silbrigen Licht für ganz besondere Momente. Zunächst wird der volle Mond am 14. März 2025 in den Schatten der Erde eintauchen. Frühaufsteher können den Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde im Morgengrauen beobachten. Leider wird die Totalität – also die vollständige Verfinsterung des Mondes, neuerdings auch Blutmond genannt – von der aufgehenden Sonne und dem Monduntergang überlagert, sodass wir in Mitteleuropa nur eine partielle Phase sehen werden.

Partielle Sonnenfinsternis am Tag der Astronomie

Am 29. März 2025 – also zwei Wochen nach Vollmond – erwartet uns ein besonderes Highlight: eine partielle Sonnenfinsternis. Das bedeutet, dass sich zwischen 11:25 und 13:01 Uhr der Neumond von oben rechts her vor die Sonne schiebt und diese teilweise bedecken wird. Der Mond sieht dann wie angeknabbert aus. Hatten die Menschen früher noch große Angst vor solchen Naturereignissen und diese sogar Kriegsparteien so in Furcht versetzten, dass sie Frieden schlossen, kann man Sonnenfinsternisse heute ganz unbesorgt genießen. Allerdings nur Augenschutz wie einer Sonnenfinsternisbrille. Da der 29. März auch der Tag der Astronomie ist, wird rund um das Ereignis auch Veranstaltungen geben; z.B. der Sternwarte Fulda.

Grafik: Vereinigung der Sternfreunde mit Zeitangaben der maximalen Verfinsterung der Sonnenscheibe durch den Neumond

Der Frühlingspunkt

Auf unserem Umlauf um die Sonne wird diese am 20. März um 10 Uhr morgens den Frühlingspunkt erreichen und die Sonne wechselt wieder auf die Nordhalbkugel. Der astronomische Frühling beginnt damit, dass an diesem Tag überall auf der Erde Tag und Nacht 12 Stunden andauern. Daher spricht man beim Frühlingsanfang auch von der Tag-Nacht-Gleiche. Ein Tag, den sich viele nach dem langen Winter herbeisehnen. Doch für Sternenfreund:innen bedeutet dies, dass die Nächte wieder kürzer werden.

Ein letztmalig frühabendlicher Blick in den Sternenhimmel

Im März bietet sich dank der Normalzeit, die am 29. März mit der Umstellung auf die Sommerzeit endet, noch die Gelegenheit, den Sternenhimmel zu angenehmen Uhrzeiten zu betrachten. Durch die Sternbilder Cassiopeia (auch als Himmels-W bekannt) sowie den Wintersternbildern Fuhrmann, Zwillinge und Kleiner Hund verlaufend, erstreckt sich von Norden nach Süden das Band der Milchstraße, das in mondlosen Nächten ohne Lichtverschmutzung gut sichtbar ist.

Und noch ist das Leitbild des Wintersternhimmels, der mächtige Orion, in voller Pracht zu bewundern. Dabei lohnt sich ein Blick durch das Fernglas. Denn unterhalb des linken und mittleren Gürtelstern, im sogenannten Schwert des Orion, befindet sich der aus leuchtendem Wasserstoffgas bestehende Orionnebel, welcher in klaren und dunklen Nächten bereits als milchiger Fleck mit bloßem Auge sichtbar ist und noch besser mit dem Fernglas. Dort, in über 1300 Lichtjahren Entfernung entstehen in diesem Nebel neue Sterne.

Abschied vom Abendstern Venus, Willkommen flinker Merkur

Während Venus am westlichen Abendhimmel verschwindet und schon Ende April wieder als Morgenstern im Osten zu sehen ist, bietet der sonnennächste Planet Merkur ab Mitte des Monats die günstigste Abendsichtbarkeit. des gesamten Jahres. Mars beendet seine Oppositionsperiode zur Sonne und ist gut am Abendhimmel im Süden zu beobachten:

Jupiter ist den ganzen März hindurch in der ersten Nachthälfte zu sehen und geht mit dem rötlichen leuchtenden Aldebaran, das Auge des Stiers am Westhimmel unter.

Der März ist, wie der Februar, arm an Sternschnuppenströmen. Erwähnenswert sind lediglich die Sigma-Leoniden, die Ende des Monats auftauchen und ihren Ausgangspunkt im Sternbild des Löwen haben.

Hinweis: Bitte daran denken, zum Schutz der wildlebenden Tiere Kunstlicht zu vermeiden bzw. rücksichtsvoll zu nutzen. Die Beobachtung des Sternenhimmels ist bereits an den Ortsrändern möglich – Schutzgebiete sind tabu.   

S. Frank und Dr. F.P. Schmidt, Team Sternenpark Rhön mit Unterstützung der VdS Deutschland e.V.  Infos zum Sternenpark Rhön: https://biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark 

Anfragen: info@sternenpark-rhoen.de