Nächtliche Lichtverschmutzung gefährdet Ökosysteme mit Konsequenzen für deren Stabilität und menschliches Wohlergehen

Mit diesen Zitaten beginnt die Meldung der Friedrich-Schiller-Universität Jena: https://www.uni-jena.de/212696/bereits-wenig-kuenstliches-licht-gefaehrdet-oekosysteme und fährt damit fort, dass eine neue Sammlung von Studien über künstliches Licht bei Nacht zeigt, dass die Auswirkungen der Lichtverschmutzung weitreichender sind als gedacht.
„Mithilfe des iDiv-Ecotrons, das aus mehreren kontrollierbaren Ökosystemen (sogenannten EcoUnits) besteht, simulierten und veränderten die Forscherinnen und Forscher die nächtlichen Lichtverhältnisse. Zu den wichtigsten Ergebnissen in diesem Zusammenhang gehören:
- Die Auswirkungen von künstlichem Licht erreichen auch unterirdische Bodengemeinschaften und beeinflussen die Bodenatmung sowie die Effizienz der Kohlenstoffnutzung
- Künstliches Licht beeinflusst die Aktivität von Insekten, was unter anderem zu höheren Prädationsraten in der Nacht führte, es gab also mehr Jagdverhalten
- Künstliches Licht führt zu einer Verringerung der pflanzlichen Biomasse und Diversität, sowie zu Veränderung von Pflanzenmerkmalen, wie die Behaarung der Blätter
- Durch künstliches Licht können sich die Zeiträume, in denen Arten aktiv sind, verschieben bzw. angleichen, was zu größeren Überschneidungen in deren Aktivität führt und letztlich den Fortbestand von Arten beeinflussen kann.“
Diese Erkenntnisse sowie weitere aktuelle Untersuchungsergebnisse, z.B. des Senckenberg Institut für Biodiversität haben wir hier zusammengefasst und mit Maßnahmenvorschlägen verbunden: https://naturnacht-fulda-rhoen.de/wp-content/uploads/2025/11/insekten-andere-arten-und-licht-aktuelle-zusammenfassung-2025-forschung-recht-massnahmen-sz.pdf
Artenverlust als zentraler Mechanismus des Biomasserückgangs
Auf der Webseite http://www.artensterben.de wird über eine im Fachjournal Nature Ecology & Evolution erschienene Studie über den Artenverlust berichtet. https://www.nature.com/articles/s41559-025-02909-y
„Das zentrale Ergebnis der Studie ist eindeutig: Über 90 % des lokalen Biomasserückgangs bei Arthropoden gehen auf den Verlust von Arten zurück. Nicht kurzfristige Schwankungen, nicht kleinere Körpergrößen und auch nicht sinkende Individuenzahlen einzelner Arten erklären den Rückgang – entscheidend ist das Verschwinden ganzer Arten.“
Die Hauptursachen sind bekannt – und neben Lebensraumverslust durch Landnutzung (z.B. Futtermitteanbau, Zersiedelung) wird auch explizit die Lichtverschmutzung unter den TOP 12 genannt: https://www.artensterben.de/top-12-bedrohungen-fuer-bestaeuber-beewild/ und https://www.artensterben.de/lichtverschmutzung-auswirkungen-auf-die-umwelt/).

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