Für Eilige: Hier geht es zur lesenswerten PM der Gemeinde Hofbieber = Energieeinsparung UND Artenschutz:
Seit mehr als 10 Jahren wird die Umrüstung auf LED mit Bundesmitteln gefördert. Hintergrund ist die bessere Energieeffizienz der LED gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln. Doch wurden gerade in der Anfangszeit und eigentlich auch immer noch, viele Fehler gemacht. Denn Energieeffizienz ist nicht gleichzusetzen mit Umwelteffizienz. Damit ist gemeint, dass viele Kommunen von einer vorher warmen Lichtfarbe mit geringen schädlichen Blauanteilen wie z.B. die Natriumdampfleuchte mit bernsteinfarbenen 1800 Kelvin auf grell-weißes LED-Licht mit 3000 Kelvin oder höher gesetzt haben. Gleichzeitig wurden oft auch die Lichtströme erhöht. Dadurch und inbesondere durch die Förderbedingungen, hat man dem Schutz der Nacht einen Bärendienst erwiesen.

Die Aufnahmen oben verdeutlichen das Problem. Vorher eine NAV (Natriumbeleuchtung) mit geringen Blauanteilen, die schon sehr lange als besonders schädliche identifziert sind, auf grelle 4000 Kelvin. https://naturnacht-fulda-rhoen.de/ressourcen/sammlung-auswirkungen-von-kunstlicht-bei-nacht/Abgesehen vom Blauanteil stellt sich auch die Frage nach der Ästhetik.

Best Practice in den Kommunen des Sternenpark-Rhön (teilweise)
Seit 2014 – also gerade noch rechtzeitig zur Marktdurchdringung der LED – ist die Rhön ein Sternenpark. Ermöglicht wurde dies dadurch, dass die Rhöner Kommunen freiwillig Beleuchtungsrichtlinien akzeptiert haben. Dadurch konnte vermieden, dass in der Straßenbeleuchtung Farbtemperaturen von höher 3000 Kelvin eingesetzt wurden.
Insbesondere aber gibt es Vorreiterkommunen in der Region wie Burghaun, Petersberg und Popppenhausen, die schon sehr früh auf bernsteinfarbene LED mit max. 2200 Kelvin gesetzt haben.
Nun hat die Großgemeinde Hofbieber damit begonnen, flächdeckend ihre öffentliche Beleuchtung umzurüstung. Es handlet sich nicht um eine Neuplanung sondern vorhandene Beleuchtung wird umgerüstet, da die – meist leider zu hohen Masten – noch standfest und gut erhalten sind. Der Bestand beseht aus vielen Kofferleuchten mit NAV und noch mehr Peitschenleuchten mit 4000 Kelvin.
Das Besondere an den Umrüstungen ist:
- Es werden nur 2200 Kelvin verbaut mit waagrecht montierten voll-abgeschirmten Leuchten.
- Es werden keine weiteren Lichtpunkte gesetzt, obwohl der Abstand zwischen den Peitschen groß ist (ist übrigens kein Problem). Dadurch hat man dunklere Bereiche, die nicht nur eine bessere Sternensicht erlauben sondern auch als Korridor für Wildtiere fungieren.
- Der Lichtstrom wird um 22:30 Uhr abgesenkt und nach Umbau der Schaltkästen noch mehr.
Dies ist der guten Arbeit von Herrn Reinhard vom Bauamt zuzuschreiben. Auch wenn eine Neuplanung mit niedrigen Masten und einer Fokkussierung auf den Gehweg gestaltet werden würde, ist der Effekt – insbesondere durch die Umrüstung der Peitschen – unerwartet enorm. Von den umgebenden Hügeln kann man sehen, dass das Licht kaum nach außen dring. Der Effekt ist verblüffend.
PM: Hofbieber leuchtet jetzt in bernsteinfarbenem LED-Licht – für mehr Energieeinsparung und Artenschutz
Die Gemeinde hat eine schöne PM heraus gegeben, die die Energieeinsparung mit dem Artenschutz gleichstellt. Der Bürgermeister lädt die Bürger/Innen ein, sich auf das neue Lichtbild einzulassen. Frau Van den Bergh von der Touristinfo rät, dass man sich die Nacht einfach wieder zur Freundin macht. Und wenn es einmal etwas weniger hell ist, dann hilft auch mal eine Taschenlampe aus.
Glückwunsch an Hofbieber – man hat es wirklich so gut gemacht, wie es ging.


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